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JTFO-2013

Gespeichert von ws am/um 21. Oktober 2013 - 23:13

Richtiges „Olympiafeeling“ für uns Ruderer der Klaus- Harms- Schule


In der Woche vom 22.9. bis zum 26.9. fand in Berlin das Bundesfinale des Wettbewerbes der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“  und „Jugend trainiert für Paralympics“ statt. Hieran nahmen wir, Schüler der Klaus- Harms- Schule Kappeln in der Sportart Rudern, teil.
Qualifizieren mussten wir uns über einen Landesentscheid im Juni, bei dem es beiden Vierern gelang, die Konkurrenz aus Schleswig- Holstein auszustechen. Der jüngere Jungsvierer der Jahrgänge 1999-2001 mit Linus und Jannis Kalkowski, Max Trummer, Sandro Brehmer und Steuerfrau Emma Runge machte sich daher zusammen mit dem Vierer der Jahrgänge 1996-1998 mit Immanuel Amenu, Jan Joppin, Jonas Bartel, Hanno Reese und Steuerfrau Hanna Hüttermann auf den Weg nach Berlin. Begleitet wurden wir hierbei von unserem Vereinstrainer Michael Schürmann und Betreuerin Pia Mohr.

Gleich am Ankunftstag stellten wir begeistert fest, dass diese Veranstaltung sich deutlich von den gewöhnlichen Regatten unterschied. Schon am Bahnhof trafen wir auf alle möglichen Sportler aus ganz Deutschland, die für die unterschiedlichsten Sportarten antreten sollten. Bei einer ersten Stadtbesichtigung wurde uns erst so richtig bewusst, dass wir am Wahltag des Bundestages in der Landeshauptstadt gelandet waren. Fernsehteams aus ganz Europa, die Presse und zahlreiche Schaulustige, alle waren vor dem Reichstagsgebäude versammelt. Eine echte kulturelle Überraschung für uns Landkinder.
Nach einer Willkommensveranstaltung in der Landesvertretung des Landes Schleswig- Holstein, bei der sich alle Teams aus unserem Bundesland mit ihren jeweiligen Sportarten kurz vorstellten, ging es am Dienstag dann so richtig los.
Die Vierer mussten in ihren Vorläufen zum ersten Mal ihr Können auf Bundesebene unter Beweis stellen, wobei es beiden unserer Boote gelang , sich den dritten Platz zu erkämpfen. Dies qualifizierte uns direkt für das Halbfinale am Mittwoch. Daher hatten wir den Rest des Tages frei und konnten uns beim Shoppen und einem gemeinsamen Kinobesuch noch erholen und für den kommenden Tag stärken.

In ganz Berlin liefen uns immer wieder Teilnehmergruppen des Wettbewerbes über den Weg, diese erkannte man gut an den einheitlichen Pullovern der jeweiligen Bundesländer.
Der Mittwoch startete mit einer bösen Überraschung. Eine bleierne Nebelbank lag über ganz Berlin,  sodass die Regattastrecke in Berlin- Grünau vollkommen im Dunst verschwunden war. Zudem kamen auch noch Temperaturen von 3° Celsius hinzu, was die allgemeine Stimmung nicht gerade hob.

Einige mutige Mannschaften trainierten dennoch vor den ersten Rennen, doch die Positionen der jeweiligen Boote konnte man nur an den lauten Kommandos der Steuerleute ausmachen.
Eine halbe Stunde vor dem Start des ersten Rennens, in dem unser „jüngerer“ Vierer gleich hätte starten sollen, kam dann endlich die Ansage der Regattaleitung, dass alle Rennen um eine halbe Stunde verschoben würden. Erleichtert wärmten wir uns noch eine Weile im „Olympia- Café“  an der Strecke auf, um daraufhin mit voller Konzentration in die Rennvorbereitung zu gehen.


Die Halbfinale entschieden, ob man sich für das große oder das kleine Finale qualifizierte, welche nur jeweils nur knappe zwei Stunden später anstanden. Wer schon einmal ein hartes Ruderrennen hinter sich gebracht hat, kann sich vorstellen, was das für die Ruderer bedeutet.

Doch für unsere Mannschaften hieß es im Halbfinale trotzdem schon: „alles geben“ , um das große Finale zu erreichen. Hierfür musste sie mindestens dritter werden. Im Boot der älteren Mannschaft war die Aufgabe für dieses Rennen klar. Alle mussten an ihre äußersten Grenzen gehen und jede letzte Energiereserve aufbrauchen, ohne schon an das nächste Rennen zu denken. „Wir fahren dieses Rennen hier jetzt, als wäre es unser Finale!“, bestätigte Trainer Michael in einer letzten Besprechung.  Es wurde im Kampf um den dritten und damit auch letzten Platz im Finale sehr eng und spannend. Sehr lange lagen drei Boote fast auf einer Höhe, die Kappelner Jungs legten sich mächtig ins Zeug und hielten gut mit. Im Endspurt wurde es richtig knapp zwischen den dritten und vierten, doch leider mussten wir uns mit dem vierten Platz begnügen. Somit bestand keine Hoffnung mehr, das erste Finale zu erreichen.
Natürlich ist es enttäuschend, wenn man alles gegeben hat und dann trotzdem nicht das erreicht, was man sich erhofft hat. Doch nach einer kurzen Phase der Enttäuschung konnten wir uns wieder mobilisieren und auf das kleine Finale einstimmen. Das Ziel war klar: Ein gutes Rennen fahren und zeigen, dass wir nicht kampflos aufgeben. Gesagt, getan. Am Ende konnten wir begeistert jubeln, wir kamen vor den Mannschaften aus Hamburg und Münstermaifeld als erstes Boot ins Ziel! Somit waren wir am Ende siebte in der Gesamtwertung, was bei unserer noch recht jungen Mannschaft ein großer Erfolg war.

Dem Vierer der jüngeren Altersklasse hingegen gelang die Qualifikation für das große Finale über  das Halbfinale, in dem sie sogar am Ende ein wenig Kraft sparen konnten, da ihnen der dritte Platz sehr sicher war. Diese tolle Leistung machte natürlich Mut für das Finale, welches schon sehr bald folgen sollte. Hier trat unsere Mannschaft gegen die zwei favorisierten Boote aus den Sportschulen von Berlin und Potsdam an, sowie gegen die zwei stärkeren Boote aus dem Vorlauf.
Von Anfang an lagen die Favoriten tatsächlich schon recht weit vorne, doch die nachfolgenden vier Boote leisteten sich einen harten Kampf um die Plätze drei bis sechs. In einem hervorragenden Endspurt ruderte unser Team auf den vierten Platz, nur eineinhalb Sekunden hinter einem starken Boot aus Hamburg. Mit diesem tollen Ergebnis waren alle sehr zufrieden. „Das hätte ich echt nicht erwartet!“, jubelte Steuerfrau und Motivatorin Emma Runge.

Auch nach unseren Rennen verfolgten wir noch gespannt von der großen Tribüne aus das weitere Geschehen und feuerten die Mannschaften aus Schleswig- Holstein ordentlich an.


Am Abend stand dann die große Abschlussveranstaltung mit anschließender Party an, die in einer stadionähnlichen Halle stattfand. Alle 4500Teilnehmer der Wettbewerbe waren versammelt und es herrschte bereits eine Stunde vor Beginn eine Superstimmung. Dann lief der Ruderer Marcel Hacker, der bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Bronze gewann, mit dem olympischen Feuer ein und entzündete die olympische Flamme. Das war für uns alle natürlich eine tolle Überraschung! Die Siegerehrungen wurden von bekannten Spitzensportlern vorgenommen und zwischendurch gab es immer wieder Showeinlagen, die die ganze Veranstaltung auflockerten, wie zum Beispiel eine junge Frau, die in einer Halbkugel voller Wasser eine spektakuläre Aquatica- Show absolvierte.
Im Anschluss an die Ehrungen gab es dann noch die große Überraschung für alle: die Atzen waren gekommen und gaben ein Konzert. Die ganze Halle tobte!

Es war ein tolles Gefühl, zur der großen Masse dazuzugehören und zu beobachten, wie der Sport die Menschen- Handicaps oder auch nicht- verbindet. Der olympische Gedanke des Gemeinschaftlichen ist sehr gut vermittelt worden, sowohl durch den guten Umgang mit Siegen und Niederlagen, als auch durch die besonders festliche und ausgelassene Stimmung.


Am Ende dieser spannenden Woche waren wir uns alle einig: sie war wirklich unvergesslich und sehr besonders!  


                                                                                                                              Hanna Hüttermann