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2015 EU-Wettbewerb

Gespeichert von ws am/um 16. Juli 2015 - 8:12

62. Europäischer Wettbewerb 2015


Der Europäische Wettbewerb ist der älteste und renommierteste Schülerwettbewerb Deutschlands. Seit 1953 wird er alljährlich zu einem anderen Oberthema ausgelobt. Schirmherr ist der Bundespräsident, gefördert wird er vom Auswärtigem Amt und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schulformen waren diesmal eingeladen, sich unter dem Motto „Europa hilft – hilft Europa?“ nicht nur kreativ, sondern auch kritisch mit europäischer Entwicklungshilfe und Europas Verantwortung für die Welt auseinanderzusetzen. 
Von unserer Schule haben zwei Klassen im Rahmend des Kunstunterrichts teilgenommen: 
Die 6a hat sich für das Thema "Bildung für alle" entschieden. Die Aufgabe hierfür lautete: "Richte Kindern in einem Entwicklungsland eine Schule ein. Was sollen die Kinder dort lernen?"
In Zweierteams recherchierten die Kinder: Was ist ein Entwicklungsland? Wo finden wir dies auf der Landkarte? Was für klimatische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, gesundheitliche, kulturelle Besonderheiten gibt es dort? Wie müsste eine Schule unter diesen Umständen aussehen? Was sollten die Kinder dort unbedingt lernen? Welche finanziellen, materiellen Voraussetzungen sind gegeben? u.s.w.
Die Teams entschieden sich für "ihr" Land und skizzierten zuerst Grundrisse für eine mögliche Schule. Diese Entwürfe wurden kritisch diskutiert und dann als dreidimensionales Modell in Ton umgesetzt. Nach dem Brennen im Brennofen wurden die Schulen farbig bemalt. Außerdem gestalteten die Partner/innen zusammen ein Heft, in dem Skizzen, Rechercheergebnisse, Fotos und Überlegungen zur eigenen Schule und dem Land festgehalten wurden. Dieses Heft wurde von ihnen selbst gebunden.
Das ästhetische Profil wählte das Thema "Europa in der Welt". Die Aufgabe lautete: "Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich." (Bertolt Brecht, 1934). Setzen Sie sich vor dem Hintergrund der Bedeutung Europas in der Welt mit Brechts Zitat auseinander."
Die Schüler/innen gestalteten in Zweier- und Dreierteams großformatige Collagen, in denen sie sich nicht nur mit der medialen Inszenierung von "Arm und Reich" auseinandersetzten, sondern auch sehr individuelle Lösungen fanden, um dieses komplexe Thema anschaulich und formal gelungen zu gestalten. Die Preisträger/innen z.B. arbeiteten mit bewusster Kontrastierung, mit Schichtungen, markanten Symbolen und ergänzten das Zitat durch weitere Gedichte und Lieder von Brecht zu diesem Thema.
Beide Klassen arbeiteten mit viel Engagement und Eifer. Immer wieder entspannen sich Diskussionen zum Thema und die Ergebnisse zeigen eine eigenständige, künstlerische Auseinandersetzung.
Dass die Arbeiten am Ende mit mehreren Landes- und sogar zwei Bundespreisen bedacht wurden, ist für alle Beteiligten eine große Freude!
Die Klassen wurden in einer Feierstunde im Beisein von Heiko Traulsen (Bürgermeister der Stadt Kappeln) und Herrn Hellmuth geehrt. Die beiden Bundessieger durften am 18. Mai im Landeshaus in Kiel bei einem feierlichen Festakt ihre Preise und Urkunden in Empfang nehmen.
Henrike Reinckens         (Fotos: Re)