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Landestagung der UNESCO-Projektschulen 2016

Gespeichert von ws am/um 12. November 2016 - 16:15

Landestagung der UNESCO-Projektschulen Schleswig-Holsteins vom 10.-12.11.2016 in Großhansdorf/Ahrensburg

Es ist gegen 14 Uhr am frühen Donnerstagnachmittag, als die ersten Schülergruppen mit ihren Lehrern im Schullandheim Erlenried in Großhansdorf eintrudeln. Gemeinsam ist ihnen die Sorge um unseren Planeten Erde, der durch den Klimawandel bedroht ist. Zweieinhalb Tage wollen sich die Schülerinnen und Schüler, der UNESCO-Projektschulen aus Flensburg, Kappeln, Friedrichsort, Bargteheide, Ahrensburg und Lübeck mit dem Thema Klimagerechtigkeit und Migration auseinandersetzen. 


In einer ersten Arbeitsphase überlegen die einzelnen Schulteams, was sie bereits in ihrer Schule zu diesen Themen innerhalb und außerhalb des Unterrichts gemacht haben. Die Ergebnisse werden in der großen Runde vorgestellt. Interessiert verfolgen die Schüler die Präsentationen, fragen nach, machen sich Notizen zu nachahmenswerten Projekten: Energie-Aktionstage, Öko-Schulkleidung, Menschenketten gegen Rassismus, Verkauf von Fair Trade Schokolade an der Schule, Baumpflanzaktionen, Sammelprogramme für Handys, Plastikflaschen, Schreibstifte, um nur einige zu nennen. Die Schülerinnen aus Ahrensburg, die bereits in Tansania waren, um sich vor Ort zu informieren, erhalten besondere Aufmerksamkeit. Man kommt ins Gespräch, und so ist es nur konsequent, dass der Abend in einer neuen Holzhütte des Schullandheims mit gemütlicher Feuerstelle in der Mitte verbracht wird. Gegrillte Marshmallows, Songs bei Gitarrenbegleitung, knisterndes Holzfeuer, während draußen Schneeflocken fallen, stiften Gemeinschaft.
Am Freitag erwartet uns ein volles Programm an der Gemeinschaftsschule am Heimgarten in Ahrensburg. Bereits beim kurzen Gang durch die Schule ist uns klar: Dies ist eine UNESCO-Projektschule. Wandgemälde, Poster und Schilder zu UNESCO-Themen begleiten uns auf dem Weg zu einem großzügigen Lernatelier. Dort erarbeiten wir am Vormittag mit der Methode des World-Cafés, was wir zu Hause, in der Schule und in unserer Umgebung für den Klimaschutz tun können, bevor am Nachmittag die Workshops mit Experten stattfinden. Die Mittagspause ist kurz, denn Juliane Kunert von "kulturweit", wartet schon auf uns, um die älteren Schüler über die Möglichkeiten des internationalen Kultur-Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission zu informieren. Frische Luft ist auch im Programm, denn gut informiert spazieren wir zum Rathaus, wo uns eine Ausstellung erwartet. Sie beschäftigt sich mit dem albanischen Ehrenkodex BESA. Aufgrund dieses Ehrenkodexes, der die Gastfreundschaft in Albanien zur Ehrensache erklärt, retteten viele muslimische Albaner während der Nazizeit Juden das Leben. Das haben wir nicht gewusst!
Die Workshops am Nachmittag werden gehalten von Luisa Natiwi, einer beeindruckenden Frau aus Uganda, die 1952 als erstes Kind der sechsten Frau des Gebiets-Häuptlings Lorika in Uganda geboren wurde. Ihre Berichte über ihr Leben, aber auch über ihre Pläne für die Zukunft beeindrucken die Zuhörer sehr und sind für viele Schülerinnen der Höhepunkt der Tagung. Der nachfolgende Workshop von Ulrike Eder, Expertin für das Thema Klimagerechtigkeit bei der Nordkirche, ist weniger persönlich, aber trotzdem wichtig, macht er doch Zusammenhänge deutlich. Nichts, was wir tun, ist ohne Folgen für das Klima und die Lebensbedingungen auf der anderen Seite der Welt.
Zwei weitere Workshops ergänzen das Programm. Einige Schülerinnen und Schüler üben den ganzen Nachmittag mit dem indischen Klimatheater "Dreamcatcher" der Kinderkulturkarawane an einer Aufführung für den Abend. Eine andere Gruppe kocht mit dem persischen Anwalt, Koch und Restaurantbesitzer Reza ein persisches Abendessen in der Lehrküche.
Parallel zu diesen tollen Workshops haben die Lehrer und Lehrerinnen ein eher trockenes Programm. Sie treffen sich zu einer Sitzung des Landesnetzwerks mit Herrn Ronald Westphal vom Bildungsministerium, um über Landes- und Bundesthemen zu beraten. Um 19 Uhr treffen sich alle hungrig in der Küche, um das für uns exotische Essen zu genießen. Die stimmungsvolle Theateraufführung der "Dreamcatcher" bildet einen wunderschönen Abschluss für einen intensiven Arbeitstag.

Kaum zu glauben, aber auch am Samstag wird wieder engagiert gearbeitet. Es sind die Redakteure des Schülerradios Eckhorst aus Bargteheide zu Gast, um mit uns eine Radiosendung zu machen. In kleinen Arbeitsgruppen werden Beiträge erarbeitet, die sich um unser Tagungsthema drehen. Die Experten aus Bargteheide haben ihre professionelle Ausstattung dabei, um alles aufzunehmen, zu schneiden, mit Musik zu hinterlegen - wie richtige Radioleute. Mittags ist kaum Zeit zum Essen - eine schnelle, aber leckere Pizza, denn jeder möchte, dass die Beiträge richtig gut werden. Vielleicht können wir sie über unsere Schulen hinaus veröffentlichen.
Als sich die Tagung dem Ende zuneigt, sind sich alle einig: Das waren tolle Tage, in denen viel gelernt wurde, was so kein Unterricht leisten kann. Danke, Kathrin, für eine großartige Veranstaltung!